Erwartungen … oder was passiert, wenn sich diese nicht erfüllen?

“When you learn to accept instead of expect, you will have fewer disappointments.”

~ Unknown Author

Geht es uns nicht allen so? Wir sind voller Erwartungen auf ein großartiges Wochenende, ein gelungenes Fest und dann … ja und dann ist es nicht so, wie wir es uns ausgemalt und erhofft haben.  Wir sind enttäuscht.  

Sehr lebhaft kann ich mich an meine allererste Arbeitsstelle nach meinem Referenderiat erinnern. Froh, eine Anstellung nach der vielen Theorie gefunden zu haben, war ich unglücklich. Unglücklich, weil ich von Montag bis Freitag gar keinen Freiraum mehr hatte. Die Arbeitszeiten waren so unmöglich lange (etwas, was ich heute so nicht mehr akzeptieren würde), so dass ich keinerlei Möglichkeit hatte, mich mit Freunden zu treffen oder die neue Stadt, in der ich wohnte, zu erkunden. Was geschah? Ich setzte all meine Erwartungen und Hoffnungen auf ein perfektes Wochenende. War es das? Nein, ich machte nichts „Besonderes“, auf jeden Fall nichts, was mir meine fehlende Freiheit auch nur ansatzweise wieder zurückgegeben hätte. Die Enttäuschung wuchs stetig. Mein Mann fragte mich daraufhin einmal, was ich mir denn vom Wochenende erwarten würde, es seien einfach zwei arbeitsfreie Tage, nicht mehr und nicht weniger.

An diesen Satz fühle ich mich heute erinnert. Sehr habe ich mich auf meinen Urlaub, der heute endet, gefreut. Auch wenn ich sehr liebe was ich tue, brauche ich ab und an eine kreative Pause.

Die gedankliche To-Do-Liste für die beiden Wochen war sehr lange und endlich Zeit für mich. Zeit, um auch wieder einmal in den Genuss der einen oder anderen Yoga- und Pilatesstunden zu kommen, in die Berge zu gehen, …

Pustekuchen! Es kam anders als geplant: nach den Osterfeiertagen hat mir ein Infekt einfach mal „Nichts-Tun“ verordnet. Die beiden freien Wochen sind vorbei und wenig von dem was ich machen wollte, konnte ich umsetzen. So wie ich hier nun sitze, musste ich an den Satz meines Mannes denken: Ich hatte eben einfach mal zwei Wochen frei, nicht mehr und nicht weniger.

Was ich daraus gelernt habe? –  akzeptieren, dass ich nicht alles kontrollieren kann und nicht bis zum nächsten Urlaub zu warten, um mir selbst etwas Gutes zu tun. Gleich morgen fange ich damit an!