„Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, mach Limonade draus.“ Unbekannt

Als sich das letzte Kalenderjahr mit großen Schritten dem Ende näherte, traf ich intuitiv die Entscheidung, weniger zu unterrichten. Ich wollte zur Ruhe kommen, mir überlegen, wie es für mich beruflich weitergehen sollte, was ich mit all dem Wissen, das ich durch meinen Grundberuf sowie durch meine Liebe zur Bewegung und durch das Unterrichten von Pilates und v.a. von Yoga erworben hatte, machen könnte. Bis Ende dieses Jahrs wollte ich mir Zeit geben, so der Plan.

Plötzlich war sie da, die Ruhe – ab Mitte März kam sie mit voller Lautstärke. Meine beiden Standbeine gerieten ins Wanken, sowohl meine Teilzeittätigkeit als auch meine Stunden, die ich mir mit sehr viel Engagement aufgebaut hatte.

Was tun? Natürlich war ich nicht alleine betroffen, sondern viele andere auch. Das war mir schon klar. Half mir das wirklich weiter? Ehrlich gesagt, nein. Ich habe die Tendenz wegzulaufen, wenn es richtig unangenehm wird. Unerfreuliche Dinge ansprechen, vermeintlich negativ auffallen, eventuell nicht die Erwartungen anderer Menschen erfüllen? Das war mir fremd. Ich könnte ja nicht mehr gemocht werden, oder, oder … Eines der Muster, die sich wie ein roter Faden durch mein Leben ziehen, kam zutage. ‚Auf und davon‘ war dieses Mal einfach nicht möglich.

Wie aus Zitronen Limonade wird

So war ich gezwungen, die Zitrone in die Hand zu nehmen. Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die in Selbstmitleid baden, krempelte ich die Ärmel hoch. Sollte ich es wagen, noch einmal zu studieren oder eine Ausbildung zu machen? In meine alten Tätigkeit als klassische Unternehmensjuristin wollte ich nicht mehr zurück. Gleichzeitig wurde mir während des Lockdowns klar, dass ich bestimmte Dinge nicht vermisste und auch nicht wiederhaben wollte. Zudem zu erkennen, dass ab einem gewissen Zeitpunkt im Leben nicht mehr alle Türen offenstehen, war und ist schmerzlich.

Mittels eines Mentoring Programms holte ich mir Hilfe, da ich nicht so wirklich weiterkam.  Ich schrieb seit Längerem die ersten Bewerbungen und siehe da, es klappte!

Mein erster Arbeitstag steht kurz bevor und ja, es fühlt sich ein bisschen wie der 1. Schultag an, freudig und gleichzeitig gespannt. Das Unterrichten werde ich nicht aufgeben, allerdings sehr reduziert. Es muss ja nicht immer „entweder-oder“ sein. 

Open to Grace

Vertrauensvoll wende ich mich dem Unbekannten zu und lasse mich darauf ein, was da kommen mag. So schlimm ich die aktuelle Situation gerade empfinde und mir nichts sehnlicher wünsche als das Ende dieses Alptraums, durfte bzw.  darf ich einiges über mich lernen. Nicht zuletzt unterstützt mich meine Yogapraxis, insbesondere der Aspekt „Open to Grace“ – eines der wichtigsten Prinzipien des Anusarayoga, das ich schon mehrere Jahre übe: das Leben in seinem ganzen Spektrum annehmen und sich dabei gerade auch den unangenehmen Aspekten öffnen. Diese Bereicherung möchte ich auch zukünftig teilen.

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Frühling – Zeit des Aufbruchs


„Die Welt ist voller Magie. 
Aus Winter wird Frühling, aus klein wird groß. 
Alles ist der Veränderung unterworfen.“


(aus Bärenbrüder, Denahi)

Der Winter tritt mehr und mehr den Rückzug an. Mensch und Natur sehnen sich nach Licht und Wärme. Morgens stimmen die Vögel die ersten zaghaften Lieder an. Wie ich am Wochenende lernen durfte, beginnt laut TCM (traditioneller chinesischer Medizin) der Frühling tatsächlich bereits Mitte Februar und findet am 21.3. seinen Höhepunkt.

Jedes Jahr beschenkt uns der Frühling aufs Neue mit dem Gefühl von Leichtigkeit und Lebendigkeit, mit Kraft und Antrieb. In der TCM spricht man auch vom sogenannten „kleinen Yang“, geprägt vom aufstrebenden Holzelement. Wir stehen in den Startlöchern, wollen Altes hinter uns lassen und sind offen für Neues, ja sogar für Veränderungen. Veränderungen, die wir immer wieder benötigen, um flexibel zu bleiben und unser Leben zu bereichern.

So habe ich Ende des letzten Jahres den Entschluss gefasst, weniger Stunden zu unterrichten, um wieder mehr Zeit für meine eigene Praxis zu haben und an neuen Projekten zu arbeiten.

Vielleicht gibt es auch etwas, das Du verändern möchtest?

Nutze die Magie des Frühlings!

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Sei gut zu Dir selbst!

„Wenn du etwas entdeckst, das deine Seele nährt und Freude bringt, kümmere dich genug um dich selbst, um in deinem Leben Platz dafür zu schaffen.“

Jean Shinoda Bolen

Zeit für Reflexion und Kontemplation

Die ersten Tage des neuen Jahres sind schon wieder verstrichen, der Weihnachtsschmuck gut verpackt geduldig wartend am Ende dieses Jahres wieder in vollem Glanz zu erstrahlen.

Die Zeit zwischen den Jahren habe ich genutzt, zur Ruhe und wieder ins Spüren zu kommen. Mir wurde bewusst, wie sehr ich Stille und Erholung benötigte. Wann hatte ich Freunde und Familie zuletzt gesehen? Meine eigene regelmäßige Praxis, die mich selbst nährt, vermiss(t)e ich schmerzlich. Auch wenn ich andere Menschen bewege und sicherlich weniger Zeit am Schreibtisch als früher verbringe, ist es ein Unterschied, auf welcher Seite man steht – Teilnehmer oder Kursleiter zu sein, sind zwei Paar Schuhe.

Warum wir Ruhephasen brauchen

Welche Erkenntnis habe ich dadurch gewonnen? Erholung, ja auch einfach einmal nichts aktiv zu tun, ist wichtig, um das eigene Ressourcenkonto wieder zu befüllen. Ein „Nein“ kann ein „Ja“ für Dich sein. Für mich wird dieses Jahr im Zeichen der Selbstfürsorge stehen, mir dabei bewusst Zeit und Raum zu geben, für die Dinge, die mich nähren, um in meinem Leben Platz dafür zu schaffen.

Selbstfürsorge, um geben zu können

Selbstfürsorge, d.h. „gut zu sich selbst zu sein“ hat nichts mit Egoismus zu tun. Ganz im Gegenteil – nur wenn wir in unserer Kraft sind, können wir geben und für andere da sein.  

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Der moderne Säbelzahntiger


„Fight or Flight“

Es gab einmal eine Zeit, in der die Menschen um ihr Leben rannten. Lange ist es her, dass an jeder Ecke eine mögliche Gefahr lauerte, der Säbelzahntiger auf seine Beute wartete. Unser sympathisches Nervensystem musste blitzschnell aktiv werden; alles in unserem Körper war auf „Flucht“ und „Überlebenskampf“ eingestellt.  

Wie gesagt, diese Zeiten liegen lange hinter uns. Dennoch habe ich manchmal das Gefühl, dass er immer noch da ist. Wer? Der Säbelzahntiger, allerdings in einer anderen Gestalt. Ein Termin jagt den nächsten, sogar Kinder sind schon durchgetaktet. Wir wollen Erwartungen erfüllen, perfekt sein, weil wir uns vielleicht Sorgen um unseren Arbeitsplatz machen, wenn wir diese oder jene Aufgabe nicht auch noch übernehmen. Unser sympathisches Nervensystem läuft auch Hochtouren.

Stille kann sehr laut werden

Erst wenn wir in den langersehnten Urlaub gehen, merken wir, wie erschöpft wir tatsächlich sind. Selbst dann füllen wir jedoch unsere freie Zeit mit vielen Aktivitäten, machen das, wofür sonst keine Zeit blieb. Vielleicht tun wir das sogar bewusst und überdecken dabei die Stille, die manchmal so laut werden kann, wenn wir sie zulassen. Wer kennt das nicht? Plötzlich erledigt man unliebsame To-Dos, um sich nicht mit einer noch unangenehmeren Aufgabe auseinandersetzen zu müssen.

Auch mir ging es dieses Jahr nicht anders. Ich habe sehr viel gearbeitet, weitere Anfragen bekommen und ja, ich bin zugeben auch stolz, in kurzer Zeit viel auf die Beine gestellt zu haben und empfinde es als ein Geschenk, all den wunderbaren Menschen zu begegnen und meine Begeisterung zu teilen.  Bei all meinem Aktionismus hatte ich jedoch wenig bis keine Zeit für meine eigene Praxis.

Zudem stellen sich mir wie einer in Gedankenschleife immer wieder Fragen wie: „Was machst Du mit all Deinem Wissen, ja mit Deinem Enthusiasmus? Wie soll es weitergehen?“. Da ich immer auf Achse war, hatte ich keine Möglichkeit, tiefer zu tauchen. Es war mir sogar manchmal ganz Recht, mich mit dieser Frage nicht näher beschäftigen zu müssen, hatte ich doch stets zu viel zu tun.

Ich lasse das Jahr nun ausklingen und freue mich, zur Ruhe zu kommen, Zeit zu finden, selbst zu üben und auch wieder an meiner Vision zu arbeiten. Dies kann ich jedoch nur dann tun, wenn ich nicht mehr im „Fight or Flight“ Modus bin, sondern zu lauschen beginne.

„Listen to silence. It has so much to say. ~ Rumi

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Herbstzeit – die Zeit des Wandels

„Leben ist das, was passiert, während du fleißig dabei bist, andere Pläne zu schmieden.“

John Lennon

Der Herbst lässt uns Veränderung bewusst werden.

Er klopft an, der Herbst – mal leiser, mal lauter. Eine Jahreszeit, die mir Wandel und Veränderung sehr bewusst werden lässt:  die Tage werden kürzer, die Abende länger, das Laub zeigt sich noch einmal in seiner voller Farbenpracht, wie sie nur die Natur in ihrer Vielfalt erschaffen kann, bevor sie sich in die Winterruhe zurückzieht.  Es heißt Abschied nehmen von der Leichtigkeit des Sommers. Es beginnt vielmehr die Zeit der Innenschau und des Rückzuges.

Veränderung als Übergang zu etwas Neuem sehen

Veränderungen heißen wir meistens nicht willkommen, da sie ein Umdenken erfordern und wir Gewohntes eben doch bevorzugen.

Was wäre jedoch ein Leben ohne Veränderung? Ich denke, sie ist auch oftmals eine Chance, ja sogar eine Möglichkeit der Weiterentwicklung. Könnten wir uns heute einen Alltag ohne die moderne Technik vorstellen? Wohl kaum!

Manchmal sind es auch unsere Bedürfnisse, die Veränderung laut werden lassen. War ich noch vor vielen Jahren überzeugt, eine echte „Stadtpflanze“ zu sein, haben sich meine Bedürfnisse gewandelt. Mehr denn je schätze ich Freiheit, Platz, Natur und auch die Stille, fernab vom urbanen Treiben. Ob sich dieses Bedürfnis verstärkt oder sich wieder zurückzieht? Ich weiß es nicht. Ich beobachte, lasse es auf mich zukommen.

Offen und neugierig sein

Wir können Veränderungen nicht aufhalten, sie werden passieren, ob wir wollen oder nicht.

Begegnen wir ihnen mit einem gewissen Maß an Offenheit und Vertrauen, so können wir uns Neuem zuwenden, neugierig auf all die Dinge, die das Leben für uns bereithält. Es mag Situationen und Ereignisse geben, bei denen uns diese Sichtweise zugegeben sehr schwer fällt, wie etwa eine schwere Erkrankung eines geliebten Menschen. Das will ich nicht „schönschreiben“. Das meinte ich auch gar nicht, sondern vielmehr die alltäglichen Veränderungen, die uns manchmal so schwerfallen anzunehmen und sich dann doch oftmals als gar nicht so nachteilig, wie zunächst gedacht, erweisen.

Bild: Ursula Reinhold

Die Sache mit der Geduld … keine leichte Angelegenheiten für einen Pitta Menschen

„Nichts kann getan werden, es sei denn Schritt für Schritt.“ (Charles Baudelaire)

Mit diesen Zeilen startete mein erster Newsletter. Schon längst wollte ich ihn geschrieben und versandt haben. Sich selbst etwas aufzubauen dauert seine Zeit. Diese Tatsache anzunehmen und zuzulassen ist für mich eine Herausforderung, wahrscheinlich eine der Aufgaben in meinem Leben. 

Kaum in der Schule und meine ersten Worte in Schreibschrift geschrieben, wollte ich eine sehr ausgeprägte sowie individuelle Handschrift besitzen. Den Hinweis meiner Mama, dass „dies mit der Zeit durch Übung schon komme“, konnte ich nur schwer akzeptieren. Sie sollte jedoch Recht behalten. 

Auch heute noch fällt es mir schwer, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Dennoch erlaube ich mir mehr und mehr, mir die Zeit zu geben, die es eben benötigt, wenn man sich teilweise selbständig macht. 

Was sich dadurch geändert hat? Indem ich mich selbst weniger unter Druck setze, kann ich die Freude, die ich beim Unterrichten empfinde, wahrnehmen und vor allem genießen und dabei wie von selbst „meine Handschrift“ kreieren. 

Wenn Du Dich gemeinsam mit mir weiterentwicklen möchtest, dann findest Du auf meiner Homepage einige Specials im Herbst/Winter sowie meine wöchentlichen festen Stunden ab September/Oktober. Ich freu mich auf Dich!

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„Wo hast Du Deine Ausbildung gemacht? Welche Ausbildung kannst Du mir empfehlen?“

Fragen, die ich in letzter Zeit sehr häufig gestellt bekommen habe und meistens in einem langen Gespräch endeten. Warum? Die Entscheidung ist sehr individuell. Was für mich wichtig ist oder was mir gut gefallen hat, muss nicht auch das sein, was für Dich passt.

Hier ein paar Erfahrungen und Ideen, die Dir bei der Entscheidungsfindung helfen können.

Passt eine Ausbildung aktuell in mein Leben?

Schon vor vielen Jahren habe ich mit einer Ausbildung geliebäugelt, aber aufgrund meines ehemaligen Berufs war ich sehr eingespannt, so dass für mich eine Ausbildung ausschließlich an Wochenenden in Frage kam. Die Auswahl war dadurch bereits eingeschränkt, denn Beginn war meistens am Freitagnachmittag, was für mich damals unmöglich war.

Muss ich Urlaub z.B. für eine Intensivwoche nehmen? Wie viel Zeit zum Üben oder Nachbereiten habe ich? Unterstützt mich meine Familie während der Ausbildung?

Hätte ich heute aktuell die Wahl und könnte mir meine Wunschausbildung gestalten, dann würde ich mir eine Ausbildung wünschen, die blockweise über einen längeren Zeitraum aufgebaut ist, um über ein paar Tage am Stück in die Materie einzutauchen, um dann das theoretische Wissen mit ausreichend Zeit aufzuarbeiten. Auch Wochenenden über einen längeren Zeitraum verteilt, können intensiv werden.

Unabhängig davon, sei Dir bewusst, dass es eine spannende Zeit, aber auch eine Zeit sein wird, die Dich körperlich und mental fordern wird.

Welchen Stil soll ich wählen?

In den letzten Jahren haben sich viele verschiedene Richtungen entwickelt – nicht leicht, hier die „richtige Entscheidung“ zu treffen. Welche Yogastunden besuchst Du gerade und welcher Stil wird unterrichtet? Schau Dir verschiedene Stile und Lehrer an. Auch wenn Yogalehrer dieselbe Ausbildung absolviert haben, werden die eigene Interpretation und die Einflüsse ihren Weg in die Stunden finden.

Inhalte der Ausbildung

Da Du das Teacher Training wahrscheinlich mit dem Ziel beginnst, selbst zu unterrichten, ist für mich die Unterrichtsgestaltung eigentlich eines DER wichtigsten Aspekte. Entscheidend sind u.a. dabei: Wie baue ich sinnvoll eine Stunde auf (Stichwort „Sequencing“)? Wie kann ich eine Gruppe führen? Wie kann ich eine Stunde für unterschiedliche Levels zusammenstellen? Habe ich die Möglichkeit, meine eigene Lehrpersönlichkeit zu entwickeln (Stichwort „Authenzität“)? Siehe dazu auch meinen letzten Blogbeitrag: https://www.ursula-reinhold.de/ganz-und-gar-man-selbst-zu-sein-kann-schon-einigen-mut-erfordern-sophia-loren/

Gibt es die Möglichkeit eines Advanced Teacher Trainings? Wenn ja, wie ist dieses aufgebaut? Es gibt Ausbildungen, die in einer weiterführenden Ausbildung die Option anbieten, bestimmte Themengebiete, wie z.B. Business Yoga / Yoga für Schwangere zu wählen, um sich so zu spezialisieren.

Sollte eine Ausbildung Dein Interesse geweckt haben, dann besuche einen Infoabend oder kontaktiere die Ausbildungsleiter und stelle all die Fragen, die Dir wichtig sind. Oftmals bekommt man in einem Gespräch ein ganz gutes Gefühl, ob es passt oder eher weniger.

Kompakt oder über einen längeren Zeitraum?

Hier werden sich sicherlich die Ansichten und Erfahrungen teilen. Zu berücksichtigen sind dabei Aspekte, warum Du Dich für ein Teacher Training entschieden hast, d.h. möchtest Du primär Deine eigene Praxis vertiefen oder tatsächlich unterrichten?  Eventuell hast Du bereits eine Ausbildung und findest Dich dadurch leichter in das Unterrichten ein.

Da „noch kein Meister vom Himmel gefallen ist“, ist meine persönliche Meinung, eine Ausbildung zu wählen, die über einen längeren Zeitraum geht. Theoretisch Erlerntes bedarf einiger Zeit, bis es in die Praxis umgesetzt werden kann. Aber auch dies ist wieder eine ganz individuelle Entscheidung, denn nicht jeder kann seinen Jahresurlaub für ein Teacher Training in Anspruch nehmen. So wunderbar eine Ausbildung ist, so intensiv ist sie auch.

Finde Deinen Lehrer!

Wenn Du die Möglichkeit hast, den Ausbilder persönlich zu treffen, dann nutze sie. Du kannst Workshops, Stunden oder auch Retreats besuchen, um Euch „beschnuppern“ zu können, denn ihr werdet viel Zeit miteinander verbringen. Wenn Du bereits vorab das Gefühl hast, dass es nicht passen könnte, dann vertraue auf Dein Gefühl! Vielleicht kennst Du auch Absolventen, die Du fragen kannst, wie es ihnen in der Ausbildung erging. Nicht jeder gute Yogalehrer ist auch ein guter Ausbilder!

200h oder vielleicht sogar 500h?

Keine Entscheidung, die Du sofort treffen musst. Eine 200h Ausbildung ist ein guter Anfang. Wenn Du „Feuer gefangen hast“, dann werden Dir 200h auf Dauer ohnehin nicht genügen – ich weiß wovon ich spreche 😉

Bietet Deine Schule nicht nur eine Grundausbildung an, sondern auch ein Advanced Teacher Training, ist dies ein Pluspunkt. Du bist bereits mit der Ausbildungsleitung vertraut, kennst den Stil und auf bereits Erlerntem kann aufgebaut werden.

Immer häufiger werden Ausbildungen auch modular angeboten, d.h. im ersten Modul ist die eigene Praxis im Fokus, um selbst zu spüren und erfahren, was später Deine Teilnehmer erfahren. Anschließend wechselst Du die Perspektive und der Schwerpunkt liegt auf dem Unterrichten. Stellst Du nach z.B. dem ersten Modul fest, dass das Unterrichten doch nicht für Dich in Frage kommt, ist dies auch eine wichtige Erkenntnis und kannst an dieser Stelle aufhören oder es geschieht das Gegenteil – Du machst weiter – vielleicht sogar ein Advanved Teacher Training!

Puh, ganz schön lang geworden … Ich bin mir sicher, Du wirst „Dein“ Teacher Training finden!

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„Ganz und gar man selbst zu sein, kann schon einigen Mut erfordern.“ (Sophia Loren)

Mehr zufällig stolperte ich über dieses Zitat, recherchierte ich doch gerade nach etwas Anderem. Kaum gelesen, entlockte mir dieser Satz sowohl ein Schmunzeln als auch ein Kopfnicken.

„Sei authentisch!“

Spontan fiel mir der Ratschlag einer meiner Ausbilderinnen ein, „auf jeden Fall authentisch zu sein.“ Ehrlich gesagt war ich mir über die Bedeutung dieses Rates nicht bewusst und ich konnte zu dem damaligen Zeitpunkt auch nicht besonders viel damit anfangen, dennoch scheint sich dieser Satz in einem Gedächtnis verankert zu haben. Heute, viele Unterrichtsstunden später, schätze ich ihn sehr und kann dem nur zustimmen.

„Ich bin ich“

Ich werde niemals identische Stunden wie meine Ausbilder halten. Das will ich auch gar nicht! Nicht, weil ich sie nicht schätzen würde. Ganz im Gegenteil – ich begegne wunderbaren Menschen, die mich inspirieren, ermutigen, von denen ich bereits viel gelernt habe und auch noch sehr viel lernen werde. Ich möchte jedoch keine Kopie werden. Warum? Ganz einfach: weil das nicht ich bin!

„Stärken und Schwächen lassen jeden von uns einzigartig werden.“

Jede/jeder von uns besitzt Stärken und Schwächen sowie Eigenschaften, die jeden von uns einzigartig und besonders machen. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, was Dich als Person auszeichnet? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit!

Zugegeben, es nicht immer einfach man selbst zu sein. Wir schlüpfen täglich in verschiedene Rollen, oftmals in der Annahme, bestimmte Erwartungen erfüllen zu müssen. Häufig vergleichen wir uns zudem und setzen uns dabei selbst unnötig unter Druck.  Ist es wirklich sinnvoll, sich mit jemandem zu vergleichen, der ein Vielfaches an Berufserfahrung hat als man selbst? Sicherlich nicht!

Lass Dich nicht entmutigen, Du selbst zu sein!

Jeder, der schon einmal Stunden von Kollegen, vielleicht sogar die seiner Ausbilder vertreten hat, kennt den einen oder anderen enttäuschten Gesichtsausdruck, nicht „seinen“ gewohnten Kursleiter anzutreffen. Nicht unbedingt das was man sich bei Start seiner Unterrichtskarriere wünscht. Aber dann und gerade dann hilft es, sich zu erinnern, authentisch zu sein, denn nur wenn ich den Mut habe, so zu sein wie ich bin, habe ich die Möglichkeit, mein Potential frei zu entfalten, meine Schwächen zu akzeptieren und aus meinen Stärken zu schöpfen.

In diesem Sinne:

„Sei Du selbst. Alle anderen gibt es schon.“ (Oscar Wilde)

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Erwartungen … oder was passiert, wenn sich diese nicht erfüllen?

“When you learn to accept instead of expect, you will have fewer disappointments.”

~ Unknown Author

Geht es uns nicht allen so? Wir sind voller Erwartungen auf ein großartiges Wochenende, ein gelungenes Fest und dann … ja und dann ist es nicht so, wie wir es uns ausgemalt und erhofft haben.  Wir sind enttäuscht.  

Sehr lebhaft kann ich mich an meine allererste Arbeitsstelle nach meinem Referenderiat erinnern. Froh, eine Anstellung nach der vielen Theorie gefunden zu haben, war ich unglücklich. Unglücklich, weil ich von Montag bis Freitag gar keinen Freiraum mehr hatte. Die Arbeitszeiten waren so unmöglich lange (etwas, was ich heute so nicht mehr akzeptieren würde), so dass ich keinerlei Möglichkeit hatte, mich mit Freunden zu treffen oder die neue Stadt, in der ich wohnte, zu erkunden. Was geschah? Ich setzte all meine Erwartungen und Hoffnungen auf ein perfektes Wochenende. War es das? Nein, ich machte nichts „Besonderes“, auf jeden Fall nichts, was mir meine fehlende Freiheit auch nur ansatzweise wieder zurückgegeben hätte. Die Enttäuschung wuchs stetig. Mein Mann fragte mich daraufhin einmal, was ich mir denn vom Wochenende erwarten würde, es seien einfach zwei arbeitsfreie Tage, nicht mehr und nicht weniger.

An diesen Satz fühle ich mich heute erinnert. Sehr habe ich mich auf meinen Urlaub, der heute endet, gefreut. Auch wenn ich sehr liebe was ich tue, brauche ich ab und an eine kreative Pause.

Die gedankliche To-Do-Liste für die beiden Wochen war sehr lange und endlich Zeit für mich. Zeit, um auch wieder einmal in den Genuss der einen oder anderen Yoga- und Pilatesstunden zu kommen, in die Berge zu gehen, …

Pustekuchen! Es kam anders als geplant: nach den Osterfeiertagen hat mir ein Infekt einfach mal „Nichts-Tun“ verordnet. Die beiden freien Wochen sind vorbei und wenig von dem was ich machen wollte, konnte ich umsetzen. So wie ich hier nun sitze, musste ich an den Satz meines Mannes denken: Ich hatte eben einfach mal zwei Wochen frei, nicht mehr und nicht weniger.

Was ich daraus gelernt habe? –  akzeptieren, dass ich nicht alles kontrollieren kann und nicht bis zum nächsten Urlaub zu warten, um mir selbst etwas Gutes zu tun. Gleich morgen fange ich damit an!