„Wo hast Du Deine Ausbildung gemacht? Welche Ausbildung kannst Du mir empfehlen?“

Fragen, die ich in letzter Zeit sehr häufig gestellt bekommen habe und meistens in einem langen Gespräch endeten. Warum? Die Entscheidung ist sehr individuell. Was für mich wichtig ist oder was mir gut gefallen hat, muss nicht auch das sein, was für Dich passt.

Hier ein paar Erfahrungen und Ideen, die Dir bei der Entscheidungsfindung helfen können.

Passt eine Ausbildung aktuell in mein Leben?

Schon vor vielen Jahren habe ich mit einer Ausbildung geliebäugelt, aber aufgrund meines ehemaligen Berufs war ich sehr eingespannt, so dass für mich eine Ausbildung ausschließlich an Wochenenden in Frage kam. Die Auswahl war dadurch bereits eingeschränkt, denn Beginn war meistens am Freitagnachmittag, was für mich damals unmöglich war.

Muss ich Urlaub z.B. für eine Intensivwoche nehmen? Wie viel Zeit zum Üben oder Nachbereiten habe ich? Unterstützt mich meine Familie während der Ausbildung?

Hätte ich heute aktuell die Wahl und könnte mir meine Wunschausbildung gestalten, dann würde ich mir eine Ausbildung wünschen, die blockweise über einen längeren Zeitraum aufgebaut ist, um über ein paar Tage am Stück in die Materie einzutauchen, um dann das theoretische Wissen mit ausreichend Zeit aufzuarbeiten. Auch Wochenenden über einen längeren Zeitraum verteilt, können intensiv werden.

Unabhängig davon, sei Dir bewusst, dass es eine spannende Zeit, aber auch eine Zeit sein wird, die Dich körperlich und mental fordern wird.

Welchen Stil soll ich wählen?

In den letzten Jahren haben sich viele verschiedene Richtungen entwickelt – nicht leicht, hier die „richtige Entscheidung“ zu treffen. Welche Yogastunden besuchst Du gerade und welcher Stil wird unterrichtet? Schau Dir verschiedene Stile und Lehrer an. Auch wenn Yogalehrer dieselbe Ausbildung absolviert haben, werden die eigene Interpretation und die Einflüsse ihren Weg in die Stunden finden.

Inhalte der Ausbildung

Da Du das Teacher Training wahrscheinlich mit dem Ziel beginnst, selbst zu unterrichten, ist für mich die Unterrichtsgestaltung eigentlich eines DER wichtigsten Aspekte. Entscheidend sind u.a. dabei: Wie baue ich sinnvoll eine Stunde auf (Stichwort „Sequencing“)? Wie kann ich eine Gruppe führen? Wie kann ich eine Stunde für unterschiedliche Levels zusammenstellen? Habe ich die Möglichkeit, meine eigene Lehrpersönlichkeit zu entwickeln (Stichwort „Authenzität“)? Siehe dazu auch meinen letzten Blogbeitrag: https://www.ursula-reinhold.de/ganz-und-gar-man-selbst-zu-sein-kann-schon-einigen-mut-erfordern-sophia-loren/

Gibt es die Möglichkeit eines Advanced Teacher Trainings? Wenn ja, wie ist dieses aufgebaut? Es gibt Ausbildungen, die in einer weiterführenden Ausbildung die Option anbieten, bestimmte Themengebiete, wie z.B. Business Yoga / Yoga für Schwangere zu wählen, um sich so zu spezialisieren.

Sollte eine Ausbildung Dein Interesse geweckt haben, dann besuche einen Infoabend oder kontaktiere die Ausbildungsleiter und stelle all die Fragen, die Dir wichtig sind. Oftmals bekommt man in einem Gespräch ein ganz gutes Gefühl, ob es passt oder eher weniger.

Kompakt oder über einen längeren Zeitraum?

Hier werden sich sicherlich die Ansichten und Erfahrungen teilen. Zu berücksichtigen sind dabei Aspekte, warum Du Dich für ein Teacher Training entschieden hast, d.h. möchtest Du primär Deine eigene Praxis vertiefen oder tatsächlich unterrichten?  Eventuell hast Du bereits eine Ausbildung und findest Dich dadurch leichter in das Unterrichten ein.

Da „noch kein Meister vom Himmel gefallen ist“, ist meine persönliche Meinung, eine Ausbildung zu wählen, die über einen längeren Zeitraum geht. Theoretisch Erlerntes bedarf einiger Zeit, bis es in die Praxis umgesetzt werden kann. Aber auch dies ist wieder eine ganz individuelle Entscheidung, denn nicht jeder kann seinen Jahresurlaub für ein Teacher Training in Anspruch nehmen. So wunderbar eine Ausbildung ist, so intensiv ist sie auch.

Finde Deinen Lehrer!

Wenn Du die Möglichkeit hast, den Ausbilder persönlich zu treffen, dann nutze sie. Du kannst Workshops, Stunden oder auch Retreats besuchen, um Euch „beschnuppern“ zu können, denn ihr werdet viel Zeit miteinander verbringen. Wenn Du bereits vorab das Gefühl hast, dass es nicht passen könnte, dann vertraue auf Dein Gefühl! Vielleicht kennst Du auch Absolventen, die Du fragen kannst, wie es ihnen in der Ausbildung erging. Nicht jeder gute Yogalehrer ist auch ein guter Ausbilder!

200h oder vielleicht sogar 500h?

Keine Entscheidung, die Du sofort treffen musst. Eine 200h Ausbildung ist ein guter Anfang. Wenn Du „Feuer gefangen hast“, dann werden Dir 200h auf Dauer ohnehin nicht genügen – ich weiß wovon ich spreche 😉

Bietet Deine Schule nicht nur eine Grundausbildung an, sondern auch ein Advanced Teacher Training, ist dies ein Pluspunkt. Du bist bereits mit der Ausbildungsleitung vertraut, kennst den Stil und auf bereits Erlerntem kann aufgebaut werden.

Immer häufiger werden Ausbildungen auch modular angeboten, d.h. im ersten Modul ist die eigene Praxis im Fokus, um selbst zu spüren und erfahren, was später Deine Teilnehmer erfahren. Anschließend wechselst Du die Perspektive und der Schwerpunkt liegt auf dem Unterrichten. Stellst Du nach z.B. dem ersten Modul fest, dass das Unterrichten doch nicht für Dich in Frage kommt, ist dies auch eine wichtige Erkenntnis und kannst an dieser Stelle aufhören oder es geschieht das Gegenteil – Du machst weiter – vielleicht sogar ein Advanved Teacher Training!

Puh, ganz schön lang geworden … Ich bin mir sicher, Du wirst „Dein“ Teacher Training finden!

Photo by Anupam Mahapatra on Unsplash